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Ist das Erleuchtung?

Erleuchtung und die Angst vor der eigenen Größe

Vom Stillstand in die Öffnung

2011/ 2012
Mein Leben war in einer Sackgasse gelandet. Alles stagnierte. Ich war traurig und frustriert. Es kamen keine Klienten mehr und mein Herz weinte, weil es in einer unerfüllten Liebe hing. Es musste sich grundlegend etwas ändern. Ich kündigte meine Wohnung und stellte meine Möbel ein. Ich hatte eine Stelle als Kosmetikerin in einem Hotel in Österreich angenommen.

Es kam jedoch ganz anders, als ich es mir wünschte. Ich war im Hamsterrad gelandet und wechselte mehrmals das Hotel. Überall arbeitete ich 50-60 Stunden in der Woche und hatte kaum frei, um zu regenerieren.

Starkstrom im Kopf
Nun war ich im vierten Hotel gelandet. Die Unterkunft war das letzte, was man einem Menschen zumuten kann. Mein Mitarbeiterzimmer glich einer Gefängniszelle. Das Fenster schloss nicht, es zog eisig kalt herein. Der Raum war schmutzig ohne Ende, im Papierkorb schimmelten zurückgelassene Abfälle. Die Nasszelle, anders kann ich es nicht nennen, war aus einem Guss, so wie man es von Schiffen kennt. Extrem schmutzig. Ich hatte zu wenig Kraft, um mich zu wehren und putze alles, bevor ich einzog. Da gab es etwas, was mich noch hielt. Ich konnte es nur nicht benennen.

Seit ich in Österreich wohnte, arbeiten die Naturkräfte intensiv mit mir. Ich wurde von den Bergen und den Wäldern gefordert und gefördert, das spürte ich. Und ich spürte seit mehreren Wochen eine Energie, welche rund um die Uhr an meiner Seite war. Ich hatte das Gefühl, es war Jesus. Er arbeitete energetisch in meinem Kopf, alles wurde umstrukturiert.
Es war intensiv, fast schmerzhaft und gleichzeitig hatte ich Vertrauen, mich dem hinzugeben.

Ich bekam die Botschaft, ich würde auf ein Ereignis vorbereitet. Nachts war es oft so stark, dass ich von diesen Strömen, es fühlte sich wie Starkstrom an, wach wurde. Körperlich war ich völlig erschöpft. Ich musste zu viele Stunden arbeiten. Es ging jeden Tag ums reine Durchhalten.

Wenn ich einen Tag frei hatte, war ich in der Natur unterwegs, um zu regenerieren. Aber das war dann noch anstrengender, da ich an Kraftorte geführt wurde, die heftig in mir wirkten.

Die große Gnade!
Eines Morgens geschah es.

Der Wecker riss mich aus dem Schlaf. Ich bewege mich müde ins Bad und stelle mich unter die Dusche. 

Plötzlich, schlagartig konnte ich nichts mehr sehen! Ich konnte nichts mehr hören! Ich erschrak. Der gesamte Raum erfüllte sich mit goldenem, strahlendem Licht. Ich war in einem Bewusstseinszustand, den ich nicht selbst herstellen konnte. Es geschah.

Dieses Licht flutete mich. Es war im Raum, es war in mir, um mich herum. 

Dieser gleißende Strahl war so stark, er nahm mich vollkommen ein. Ich wurde eins mit diesem Licht. Ich konnte es nicht machen, ich konnte es nicht verhindern.
Mein Herz öffnete sich, jede einzelne Zelle öffnete sich für pure Liebe.

Ich stehe im Licht. Ich bin Licht. 

Ich fühlte mich emporgehoben und gleichzeitig war es so stark, dass ich in die Knie gehen musste. Ich weinte und weinte und weinte. Es war das Weinen der Erlösung. Ich kniete nieder in tiefster Demut. Es war stärker und ergreifender, als ich es je mit Worten beschreiben könnte.
Es nahm mich vollständig ein, ohne mich zu verbrennen. Es hob mich in eine andere Dimension.

Ich konnte nichts mehr sehen außer Licht und nichts mehr fühlen außer Liebe!

Liebe! Liebe! Liebe!

Ich kniete in diesem häßlichen Bad, welches zum Tempel wurde. Völlig überwältigt und durchdrungen, nahm ich das Geschenk dieser Gnade an.

Jetzt könnte ich sterben vor lauter Glückseligkeit. Zutiefst erfüllt. Was kann mir das Leben jetzt noch Größeres schenken?

Ich weiß nicht, wie lange das andauerte. Das Licht zog sich sanft zurück. Langsam, sehr langsam konnte das Bad wieder wahrnehmen. Und auch meinen Körper.

Es war mir nicht möglich einzuordnen, was da geschehen ist. Als ich mich abtrocknete und meine Kleidung anzog, kam eine klare Botschaft:
„Kündige noch heute. Es ist getan. Gehe nach Deutschland zurück. Nimm deinen Platz ein und wirke.“
Einerseits klar und einerseits verwirrt ging ich zum Frühstück und begann meinen Arbeitstag. In der Mittagspause schrieb ich die Kündigung und brachte sie direkt ins Büro.

Jahre später
Viele Jahre später begriff ich, was damals geschehen ist.
Ich saß im Gespräch mit einem tief gläubigen, älteren Mann. Und plötzlich erwachte in mir das damalige Erleben und ich erzählte es ihm.
Er sagte:” Du gehörst zu den Menschen, denen die Gnade der Erleuchtung geschenkt wurde. Es ist nichts was man sich verdienen kann. Du kannst dafür nichts tun. Und doch hast du alles getan. Du bist deinem Stern gefolgt.”

Erleuchtung? Ja warum spürte ich davon nichts mehr? Manchmal sprechen mich Menschen an, die mein Licht sehen können.

Die Kruste löste sich
Ein paar Tage vergingen nach diesem Gespräch.
Ich war zu dieser Zeit in Brandenburg an einem See mit meinem Wohnmobil. Ich liebte es, jeden Morgen schwimmen zu gehen. Ich setzte einen Fuß ins Wasser. Und in diesem Moment brach ein tiefes Gebet aus meinem Innersten heraus. Und ich flehte diesen See an: “Bitte wasche alles von mir ab was mich blockiert, ich selbst zu sein. Bitte, bitte wasche mich rein!”

Langsam und vorsichtig ging ich weiter ins Wasser und ich schwamm eine große Runde. Und es fühlte sich an, als würde ich in Champagner baden. Alles kribbelte. Es war angenehm und zart.

Ich muss sagen, was danach kam, war nicht mehr zart. Wieder an Land, ich nahm mein Handtuch um mich abzutrocknen, da bekam ich einen heftigen Schwindel. Alles drehte sich. Ich hatte Angst, in Ohnmacht zu fallen. Es war mir gerade so möglich, mich anzuziehen und ich ging vorsichtig zurück zu meinem Auto. Es drehte sich alles, mir war so schwindlig. Ich musste mich hinlegen. Am frühen Abend trat noch keine Besserung ein und ich rief eine Freundin an. Ich erzählte ihr, was passiert ist und wie es mir ging. Ich hatte Angst, das Bewusstsein zu verlieren.

Was dann in unserem Gespräch heraus kam, war unglaublich. Ich habe den Zustand des Erleuchtet sein damals nicht ausgehalten. Ich hatte keine Anleitung, keine Unterstützung, wie ich damit umzughen hatte. Und so habe ich mir eine dicke Kruste über mein Licht erschaffen. Diese Kruste fühlte sich wie erkaltete Lava eines Vulkans an. Ich hatte mein eigenes Licht darunter begraben. Ich hatte mich versteckt und zurückgezogen. Ich fühlte mich mehr und mehr unzufrieden mit meinen spirituellen Gaben.

Wenn ich aber wieder so leuchten würde, wie damals, das machte mir noch enorme Angst. Angst dass ich anderen zu viel bin. Angst, selber mit dieser Intensität nicht klar zu kommen. Angst vor Ablehnung.

Und das Schlimmste dabei ist, ich hatte Angst vor der Macht und Kraft dieses Lichtes.

Meine Freundin begleitete mich sehr einfühlend und ich erkannte: Ich darf sanft und schrittweise mein Licht wieder zeigen und meine Fähigkeiten weiterentwickeln. Ich darf mir Zeit lassen, es zu integrieren und damit umzugehen.

Und ich musste ihr noch ein Versprechen geben, nämlich mein Licht nie mehr zu deckeln.

Die Welt ist im Wandel

Die Menschen öffnen ihre Herzen. Viele erwachen in ihr bewusstes Sein. Und ich fühle mich jetzt im Stande, mit diesem Licht zu wirken. Die Zeit des Versteckens ist vorbei.
Ich weiß wie heftig und zugleich sensibel der Prozess des Erwachens sein kann. Wie es einen ergreifen und überfordern kann. Ich kenne die Angst vor dem eigenen Strahlen und der eigenen Kraft.

Es gibt für mich keinen Grund mehr, mich zu verstecke. Ich lerne mehr und mehr, mit diesem Licht zu mir stehen.

Birgit, mein Name bedeutet ja auch „die Strahlende“.

Erleuchtet sein im eigenen Menschsein, mit allen Facetten die das Leben bringt. Trotz eigener Ängste, Zweifel und Themen dem eigen Licht folgen!